Das Wetter meinte es gut mit der Pfarrei, dass die Fronleichnamsprozession bei sonnigem Wetter hat stattfinden können.
Mit dem Gottesdienst begingen die Gläubigen das Fest, das musikalisch vom Kirchenchor begleitet wurde. Geschmückt mit den Kirchenfahnen am Pfarrhof, durch die Gemeinde mit der Gemeinde- und der bayerischen Fahne am Rathaus und den Fähnchen in den Kirchenfarben gelb und weiß am Prozessionsweg, startete der Umzug am Kirchenportal. Der Zug bewegte sich zum ersten Altar beim Gasthaus Resch. Weil die Blaskapelle schon am Donnerstag, dem Fronleichnamstag, in Altreichenau den Festzug gespielt hatte, mussten die Neureichenauer diesmal ohne Blasmusik auskommen und der Kirchenchor sang deshalb geistliche Volkslieder auf dem Weg. Gerda Krieg vom Pfarrgemeinderat übernahm das Vorbeten.
Man merkte, dass die Zahl der Menschen, die an der Fronleichnamsprozession teilnehmen stetig weniger wird, es war aber trotzdem ein guter Anblick, dass die Feuerwehren von Neureichenau und Gsenget und der Soldaten – und Kriegerverein mit einer ansehnlichen Zahl Kameradinnen und Kameraden beim Zug vertreten waren. Auch die kirchlichen Verbände Frauenbund (KdFB) und Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) waren mit Abordnungen und Bannern mit dabei. Besonders auffallend war die große Zahl an Kommunionkindern, die vor dem Allerheiligsten unter dem Himmel, getragen von Feuerwehrmännern, herzogen. Pfarradministrator Emil Dragula und Pastoralreferent Franz Wiedemann gestalteten Evangelium und Fürbitten an den Altären beim Gasthaus Resch, am Rosenium, bei Doris und Bernhard Pöschl und in der Pfarrkirche. Matthias Hoffmeister von der Kirchenverwaltung und Maximilian Süß vom Pfarrgemeinderat führten mit Kreuz und Kirchenfahne den Zug an. Mitglieder des Pfarrgemeinderates versorgten die Kommunionkinder und Ministranten mit Trinkwasser.
Mit der Fronleichnamsprozession wollen die Gläubigen ein öffentliches Bekenntnis zum Glauben an Jesus Christus abgeben, der in der Hostie in der Monstranz mitgetragen wird. Der Begriff Fronleichnam leitet sich ab aus dem Althochdeutschen „Fron, was „Herr“ bedeutet und „Liechnam, was übersetzt Leib“ heißt, zusammen und so ist es das Fest des Leibes Christi. Die Christen glauben, dass Jesus in der geweihten Hostie anwesend ist. Früher hieß das Fronleichnamsfest auch „Kranzltag“, weil die Altäre und der Prozessionsweg mit prachtvollen Kränzen geschmückt waren und noch heute reißen die Menschen nach dem Gottesdienst von den Birken vor und in der Kirche Zweige ab, drehen daraus Kränze und hängen diese zu Hause oder auf den Feldern als Schutzkränze vor Unglück und Missernten auf.
Text: Alois Gell Fotos: Leonhard Ascher


