Einen abwechslungsreichen und interessanten Herbstausflug erlebten 44 Pfarrangehörige aus den Pfarreien Alt- und Neureichenau. Der Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung der Pfarrei St. Sigismund mit PGR-Vorsitzender Elisabeth Kremsreiter und Kirchenpfleger Georg Stadler hatten eingeladen, zu einer Tagesreise an den Attersee, zum Mondsee und zur bekannten „Stille-Nacht-Kapelle“ in Oberndorf.
Unter der Reiseleitung von Elisabeth Kremsreiter startete die Gruppe bestens gelaunt in einen sonnigen und vielversprechenden Tag.
Ihr Weg führte sie über Pocking und Ried im Innkreis zur Ortschaft Attersee am Attersee, wo die Ausflügler von einem atemberaubenden Panorama empfangen wurden. Die Ausläufer des Höllengebirges spiegelten sich im kristallklaren Wasser wider und weiße Segelboote glitten, vom Morgenwind angetrieben, behutsam über den See.
Während einige die sehenswerte Wallfahrtskirche „Maria Himmelfahrt“ hoch über der Ortschaft besichtigten und mit einem grandiosen Blick über den größten See innerhalb Österreichs belohnt wurden, wagten andere eine Rundfahrt auf dem Schiff entlang des Nordufers, um vieles Wissenswerte rund um die Region zu erfahren. Wieder andere schlenderten entlang des Ufers, um eine der berühmten österreichischen Kaffeesorten zu genießen.
Auf der sogenannten „Mondsee-Panorama-Straße“ setzte die Reisegruppe ihren Weg fort an den nahegelegenen Mondsee. Elisabeth Kremsreiter empfahl ihren Gästen die Besichtigung der Basilika St. Michael in der Ortschaft Mondsee, die Kirche „Maria Himmelfahrt“ oberhalb des Ortes mit beeindruckendem Blick auf den Mondsee wie auch das Flanieren an der Seepromenade oder im Zentrum der Ortschaft mit zahlreichen schönen Einkaufsmöglichkeiten.
Gemeinsam ging es weiter Richtung Laufen an der Salzach zum Höhepunkt der Reise, zur bekannten „Stille-Nacht-Kapelle“ in Oberndorf.
Pastoralreferent Franz Wiedemann gab hier interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des berühmten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“, über seine „Schöpfer“ Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber und schließlich seine „Reise um die ganze Welt“.
Die Kapelle selbst stehe nach seinen Worten an jener Stelle, an der die ursprüngliche Kirche St. Nikola gestanden habe, in der das Lied erstmals am 24. Dezember 1818 uraufgeführt wurde. Heute zähle es zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe. Leider fiel St. Nikola im Laufe der Jahrhunderte mehreren Hochwassern zum Opfer und musste abgerissen werden. „An ihrer Stelle entstand die heutige „Stille-Nacht-Gedächtnis-Kapelle“, erklärte Franz Wiedemann den Zuhörern.
Angesichts von Not, Hunger und Krieg in der damaligen Zeit sollte ein Lied den Menschen Trost und Hoffnung geben. Franz Wiedemann hatte passend dazu eine Meditation mit Gedanken zu Psalm 121 vorbereitet: „Ich bin von Gott behütet.“ Das gemeinsam gesungene Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ stellte den emotionalen Höhepunkt dieses Gedenkens dar.
Nach den bewegenden Momenten in der Kapelle blieb der Gruppe noch etwas Zeit, um die Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Ortes auf sich wirken zu lassen. Manche verweilten in stiller Andacht in der Kapelle, bestaunten die kunstvolle Ausstattung oder trugen sich in das Gästebuch ein. Andere nutzten die Gelegenheit, kleine Andenken zu erwerben oder sich mit einer Tasse Kaffee im benachbarten Café zu stärken.
Am frühen Abend trat man schließlich die Heimreise an, überzeugt davon, dass „Stille Nacht“, im Spätsommer gesungen, durchaus einen besonderen Zauber innehabe.
Text: Marianne Schmid


